Der erste Schritt zu einer Kultur des Lernens an Schulen

„Learning is not the product of teaching. Learning is the product of the activity of learners.“ (John Holt)

Dank der Kontaktaufnahme von Ruth Stocker durften wir beim (wieder herausragenden) Deutschen Lehrkräfteforum Inspire&Connect-Event einen Vortrag des australischen Bildungsforschers James Anderson („Learnership“) genießen. Er hat über die Jahre das „Growth Mindset“-Konzept von Carol Dweck weiterentwickelt und richtet den Fokus weg vom Lehrer (der auch bei Hattie nur 30% des Lernerfolgs ausmacht) zum Lernenden (auch bei Hattie zu 50% für den Lernerfolg verantwortlich). Er plädiert dafür, Lernende zu befähigen, immer besser zu werden in ihrem Lernen. 

Die entscheidenden Fragen lautet nicht mehr:

Wie können wir unseren Unterricht verbessern?
Wie erklären wir den Stoff verständlicher?
Wie motivieren wir unsere Schülerinnen und Schüler?
Wie stellen wir sicher, dass alle Lernziele erreicht werden?

Sondern:

Was tun unsere Schülerinnen und Schüler eigentlich, wenn sie lernen?
Wie gehen sie mit Schwierigkeiten um?
Was machen sie, wenn sie nicht weiterkommen?
Wie nutzen sie Feedback?
Werden sie im Laufe ihrer Schulzeit zunehmend selbstständiger und geschickter im Lernen?

Er beschreibt verschiedene Learning Zones, über die es ein Bewusstsein braucht, damit man als Organisation nicht in einer Kultur des Lehrens verhaftet bleibt.

Die wichtigste Frage anschließend war: Wie kann eine solche „typisch deutsche“ Schule starten, wenn man einen Lernkulturwandel bewirken möchte?

Der erste Schritt könnte sein: Unterricht aus der Perspektive der Lernenden beobachten. 

Eine kleine Gruppe aus Lehrkräften, Schulleitung und pädagogischen Mitarbeitenden besucht verschiedene Unterrichtsstunden. Dabei wird nicht die Unterrichtsqualität der Lehrkraft bewertet. Beobachtet werden ausschließlich die Lernaktivitäten der Schülerinnen und Schüler.

Ein Beispiel: 

Bei Schwierigkeiten: Warten auf Hilfe vs. Eigene Strategien ausprobieren
Bei Fehlern: Fehler vermeiden vs. Fehler untersuchen
Bei Feedback: Rückmeldung entgegennehmen vs. Rückmeldung nutzen
Bei Herausforderungen: nach leichteren Aufgaben suchen vs. Sich an Schwierigeres heranwagen
Bei Arbeitsaufträgen: Anweisungen ausführen vs. Eigene Lernentscheidungen wagen

Und dann? To be continued…

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